Natur- und Umweltschutz geht uns alle an!

Der NABU Stadtverband Garbsen hat mir fünf Fragen gestellt – und hier kommen meine Antworten:

Welche Priorität hat der Natur- und Umweltschutz in Ihrer künftigen Position als Bürgermeister?

Ein guter Natur- und Umweltschutz ist die Grundlage für das lebenswerte Zusammenleben für die Bürger in der Stadt Garbsen. Wir haben als Christdemokraten in den letzten Jahren (dazu-)gelernt, wie wichtig Natur- und Umweltschutz ist. Die jüngsten (Natur-) Katastrophen haben gezeigt, wie notwendig ein gelebter Umweltschutz ist. Die junge Generation fordert zu Recht, dass wir verantwortungsvoll mit unserem Planeten umgehen. Privat heize ich seit elf Jahren mit Holzpellets, einem nachwachsenden Rohstoff, nutze Solarenergie, setze seit Jahren auf Naturstrom und will meinen privaten ökologischen Fußabdruck schnellstmöglich verbessern. Meine Politik wird daher von meiner privaten Überzeugung geprägt, gelebter Natur- und Umweltschutz ein elementarer Teil meiner Politik sein.

Wie schaut Ihr 100-Tage-Programm zum Natur-, Umwelt- und Klimaschutz in der Stadt aus?

Insbesondere die Stärkung des Radverkehrs durch eine zügige Umsetzung des Radschnellweges von Hannover nach Garbsen steht auf meiner Agenda. Ich werde dieses Thema in den ersten 100 Tagen vorantreiben, aber auch ein Radweg ist nicht in 100 Tagen gebaut. Außerdem halte ich die Initiierung von Aktionswochen mit dem ‚Umweltteam‘ der Stadt Garbsen für wichtig, in denen aktiv auf die Garbsener zugegangen wird, konkrete Vorschläge und Handlungsempfehlungen gemacht werden. Denn: Umweltschutz geht jeden an und jeder kann seinen Teil dazu beitragen.

Mir ist wichtig, dass wir den Radfahrern zum Beispiel Ladestationen mit Ökostrom für eBikes am Straßenbahnendpunkt, aber auch der Universität und Schulen anbieten und so den Umstieg vom Auto auf das Rad erleichtern. Es müssen zukünftig genug Radstellplätze vorgehalten werden. Städtische Fahrzeuge müssen, wann immer es technisch sinnvoll ist, auf alternative Antriebe umgestellt werden. Die Stadt Garbsen hat über 100 eigene Immobilien. Meiner Meinung nach, müssen wir überall über den Einsatz von Photovoltaik zur Stromerzeugung nachdenken und ggf. mit privaten Investoren über Umsetzungsszenarien sprechen. Warum überdachen wir nicht auch den Parkplatz vorm Rathaus oder sprechen mit den Betreibern des Nordwestzentrums über einen überdachten Parkplatz. Das bringt den Vorteil für die Kunden, dass sich im Sommer die Autos nicht zu stark aufheizen; bei Regen kann man trockenen Fußes Einkaufen gehen. Das funktioniert in Neustadt übrigens hervorragend. Solche Projekte bei Bestandsimmobilien werden wir fördern und ich persönlich hier die Gespräche suchen. Bei Neubauten muss es Standard sein, dass wir die Nutzung von Photovoltaik, die Begrünung von Carports und Garagen in unsere Bebauungspläne aufnehmen.

Um die unnötige Flächenversiegelung zu vermeiden, müssen wir über eine Änderung der B-Pläne insgesamt nachdenken. Überall dort, wo ältere Einfamilienhäuser verschwinden, werden wir Baurecht für Doppel- oder zwei- bis dreigeschossige Mehrfamilienhäuser vorschlagen. Baulücken im Bestand müssen identifiziert und durch attraktive Angebote an die Eigentümer genutzt werden.

Welche konkreten Ziele haben Sie persönlich?

Für mich ist Nachhaltigkeit sehr wichtig. Im Rathaus wird das nur dann funktionieren, wenn ich die Mitarbeiter motivieren kann, diesen Weg mitzugehen. Dazu müssen Zuständigkeiten klar geregelt und die Kompetenzen der Mitarbeiter gestärkt werden. Ich werde den Fachleuten in den Abteilungen das notwendige Vertrauen entgegenbringen. Mir ist bewusst wie wichtig eine gute Arbeitsatmosphäre ist. Ich bin mir sicher, dass ich dies als Bürgermeister sehr gut umsetzen kann.  

Und auch die politischen Gremien möchte ich mitnehmen und ihnen konkrete Vorschläge für den Umwelt- und Naturschutz vorlegen. Ich würde mir eine Förderung bspw. von moosbedachten Garagen wünschen. Wir müssen planerisch einwirken, bei Neubauten über nachhaltige Dacheindeckungen nachdenken. Keine Verbote, sondern Anreize sollten der Schlüssel zum Erfolg sein.   

Weitere Nistplätze für Störche in unseren Stadtteilen, Hochwasser- und Gewässerschutz werde ich thematisieren, Anreize für Versickerungsflächen und naturnahe Flächen schaffen. Als Bürgermeister werde ich ein Konzept für künftige Regenrückhaltebecken mit den Fachleuten auf den Weg bringen, wo künftig eine natürliche Filterung durch entsprechende Pflanzen in einem Vorbecken stattfindet, damit sich die Wasserqualität auf natürlichen Weg deutlich verbessert.

Meinen eigenen Wahlkampf werde ich im Nachgang klimaneutral gestalten. Dazu werde ich einen Klimaschutzbeitrag leisten und einige von der UN zertifizierte CO2-Minderungs- und Entwicklungsprojekte unterstützen.

Wie gelingt ein klimafreundliches und gleichzeitig bezahlbares Wohnen in Garbsen?

Als Bürgermeister werde ich mich darum kümmern, dass bereits versiegelte Fläche vorrangig für neue Projekte genutzt wird und man nicht unnötig neue Flächen angeht. So erreichen wir eine optimale Flächenausnutzung ohne zusätzliche Flächen zu versiegeln. Supermärkte unten, oben Wohnbebauung – das ist ein erfolgreiches Konzept, dass ich bereits aus Berlin, Düsseldorf, Frankfurt und München kenne.

Auch stehe ich für einen beschleunigten Einsatz intelligenter, energiesparender und emissionsvermeidender Technologien. Wir müssen Gebiete ausweisen, wo energetisches Bauen in den B-Plänen zum Standard wird.


Welchen Stellenwert hat der NABU Stadtverband Garbsen bei Ihnen?

Naturschutz hat für mich persönlich, aber auch gesellschaftlich einen hohen Stellenwert und das ehrenamtliche Engagement des NABU ist für unsere Stadt unverzichtbar.

Meine Familie und ich haben Vogelnistkästen des NABU auf unserem Grundstück, ein kleines Insektenhotel, Wasserstellen für Vögel und Insekten, diverse Futterstellen im Winter. Meine Frau besucht jedes Jahr mit unseren Kindern die vom NABU betreuten Amphibien-Schutzzäune, um den Kindern die Notwendigkeit dieser zu verdeutlichen.

Mir ist bewusst, dass die Zusammenarbeit der Stadt und dem NABU in Garbsen nicht immer einfach war. Umso mehr freue ich mich auf einen gemeinsamen Neustart und ein gemeinsames Nach-vorne-Denken für unsere Stadt!